Sterberituale

Gefragt von Anna
Sterberituale am Totenbett

©Getty Images/iStockphoto/Motortion

Hallo,
ich habe eine Frage bezüglich der Sterberituale.
Gibt es einen Unterschied zwischen Evangelische und Katholische Sterberituale? Wenn ja welche?

Liebe Anna,

als Christ*innen glauben wir, dass Gott uns von der Geburt bis zum Tod begleitet. Unser Glaube, dass nach dem Tod noch etwas kommt, kann trösten. Es ist das Vertrauen darauf, dass wir auferstehen und uns ein Leben mit Gott erwartet.

Es ist wichtig, dass Mensch begleitet werden, wenn sie sterben.Was diese Menschen brauchen oder sich wünschen ist unterschiedlich. Ein Gebet, eine Salbung, ein Vaterunser, ein Segen oder etwas anderes. Manche möchten auch im letzten Moment allein sein, weil sie sonst nicht loslassen können. Andere brauchen die Nähe ihrer Angehörigen. Freundinnen, oder anderen Menschen. Die oder der Sterbende kann sich körperliche Nähe wünschen, indem ihm Menschen die Hand halten. Aber er oder sie kann sich auch wünschen, dass ein Mensch einfach nur still da ist, mit ihm singt, ihm einen vertrauten Text vorliest. In jedem Fall ist wichtig: die Bedürfnisse und Wünsche der nzw. des Sterbenden zu respektieren und ihm nichts, auch kein Ritual aufzuzwingen.

Vor dem Sterben und der Beerdigung kennen die römisch-katholische und die evangelische Kirche Rituale.

In der evangelischen Kirche gibt es die Möglichkeit ein letztes Mal Abendahl zu bekommen, ein Gebet oder Vaterunser zu sprechen und gesegnet zu werden. Dies geschieht eine*n Pfarrer*in. Familie und Freunde können, müssen aber nicht dabei sein. Es ist aber auch möglich, dass Menschen, mit denen Sterbende eng verbunden sind ein Gebet oder Vaterunser beten und (mit oder ohne Handauflegung) den Segen sprechen. Heute findet diese Form, sie nennt sich Aussegnung, immer weniger statt. Es ist auch möglich nach dem Tod eine*n Pfarrer*in zu rufen. Es ist immer möglich ein Gebet oder Vaterunser zu sprechen. Was die Aussegenung an sich, als die Segnung eines Verstorbenen anbelangt, so handhaben dies Pfarrer*innen unterschiedlich.

In der römisch-katholischen ist die Krankensalbung bei Kranken und bei Sterbenden üblich und möglich.Sie kann nach dem Tod nicht mehr empfangen bzw. gespendet werden. Dieses Ritual dient nach römisch-katholischem Verständnis der Vorbereitung auf den Tod und das Leben mit Gott. Die oder der Sterbebende soll sich gewiss sein, dass Gott ihm Schuld vergibt. Außerdem wird die Salbung als Wegzehlrung verstanden. In Verbindung mit der Krankensalbung kann auch der Empfang des Abendmahls geschehen. Ein Pfarrer der römisch-katholischen Kirche ist hiefür der entsprechende Ansprechpartner.

Es grüßt Sie,

Michaela Jecht

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